Drei zufällig ausgewählte Gedichte aus dem Opus

Selbstmitleid

Die gnadenlose Sonne brennt im Herzen.
Ich stelle auf den Boden eine Kerze.
Und lasse mich auf jenen nieder,
Gedrückt vom inneren Gewitter.

Der Alltag wird sich meiner einvernehmen,
Wenn ich sofort selbst nichts dagegen unternehme.
Ich schlitze meinen Magen auf
Und mache meinen Körper auf.

Rasch reiße ich mein Herz hinaus
Es kommt mir vor wie eine kleine Maus.
Es schlägt in meinen Händen hilflos.
Es kämpft mit allen Kräften… und doch sinnlos.

Ich wollte mich von diesem Stückchen Fleisch entbinden,
Um auf diese Weise meine Ruhe doch zu finden.
Es betet um die Gnade, blutet, weint.
Ich stecke es, gerührt, zurück. Wir sind erneut vereint.

In der Mitte zwischen den Ecken

Wenn ich in einer Ecke sitze
Und warme Kleider um den Leib besitze,
So kann der Wind mich nicht erreichen,
Die Sonnenstrahlen können mich nicht sonderlich bereichern.

Wenn ich mich in die Mitte setze
Und mich den Wirkungen der Sonnenstrahlen aussetze,
So zieht der Wind durch meinen Leib.
Ich bin gleichzeitig nass und kalt und triefe Schweiß.

Ich muss mich öfters an- und ausziehen,
Ich bin die ganze Zeit damit beschäftigt,
    wie, wann, für wen, wie oft ich mich umziehe.
Es ist ein ewiges Abwägen:
Im Fokus in den Strahlen und im Wind
    oder lieber peripher unauffällig sich bewegen?

Tod in der Wüste

Du schmeckst den Sandstaub zwischen deinen Zähnen.
Die Zunge trocknet in dem Mund.
Du spürst die Haut, umhüllt von einer Feuermähne,
Und keinen unter deinen Füssen festen Grund.

Gott Re dreht seine Runden in dem Himmel.
In seinem Schleppkahn schaukelt ein Sarg.
Du hörst respektvolle halbstumme Stimmen.
Sie weinen und bereiten deinen Katafalk.

Eine Fata Morgana stoßt dich in die Virtualität.
Delphine spielen auf deinem nassen Bauch.
Das Wasser ist die einzige Mentalität,
Ein plätschernd kühler nasser Hauch.

Der blaue Wal begleitet dich zum Ozean.
Die Wassernymphe streichelt deine Brust.
Auf deinen Lippen liegt ein Schwamm.
Du näherst dich gefährlich deiner Freudenlust…

Die Wüste blickt gelangweilt auf die Leiche.
Die Leiche wird verschüttet und verbrannt.
Eine Tarantel baut ein Versteck, um in den Schatten zu entweichen.
Der Stress und das Getümmel sind ihr nicht bekannt.